Podiumsdiskussion zu LGBTI* im Arbeitsleben ein voller Erfolg

Eine offen angelegte Unternehmenskultur, der kompetente Umgang mit Vielfalt in der Belegschaft und zugleich am Kundenmarkt – das macht zukunftsorientiert aufgestellte Unternehmen aus. Das sind zugleich auch die Anforderungen an eine mondern aufgestellte Behördenverwaltung bei Bund, Ländern und Kommunen. So lässt sich das Ergebnis der Diskussion mit dem Bundestagsabgeordeneten Karl-Heinz Brunner und dem Vorsitzenden des schwulen Führungskräfte-Netzwerkes Völklinger Kreis Michael Kauch auf den Punkt bringen.

railbow, das LGBT-Mitarbeiternetzwerk bei der Deutschen Bahn, hatte zum Tag der Vielfalt eingeladen, um unter der Moderation des online-Chefredakteurs des Magazins blu über die erreichte Akzeptanz von LGBTI* im Arbeitsleben zu diskutieren. Ein zentraler Fokus lag auf der Bundesverwaltung und der LGBTI*-Performance der Ministerien. Positiv hervorgehoben wurde vom Podium wie auch den mitdiskutierenden Zuhörern das Engagement im Verteidiungsministerium. Seit 2016 gibt es dort eine Diversity-Strategie, die dezidiert auch auf die Belange queerer Lebenszusammenhänge eingeht. Wenn das noch nicht überall Standard ist, dann hänge es auch damit zusammen, dass es keinen klaren gesetzlichen Auftrag dazu gebe, resümmierte Karl-Heinz Brunner. Gerade das öffentliche Dienstrecht harre neuer Perspektiven, um die gesellschaftliche Wirklichkeit zeitgemäss abzubilden.

Den Blick auf die kommunalen Potenziale von Diversität und Innovation wagte Michael Kauch. Für Dortmunds neu gewonnene Attraktivität gebe es drei wesentliche Erfolgsfaktoren. Technikoffenheit, Kultur und Diversität. Diese spiegelten sich auch im Organisationsaufbau der Stadtverwaltung, der Personalstruktur und dem inhaltlichen Verwaltungshandeln wider. Investoren entdeckten so ihr Interesse an Dortmund. Regenbogenflaggen vor den Verwaltungsgebäuden seien nur eine von vielen Botschaften rund um Diversität in der Ruhrmetropole.

Top-down und Bottom-up Initiativen ergänzten sich dabei gegenseitig. Von der Belegschaft ausgehende Mitarbeitenden-Netzwerke, wie railbow oder der Arbeitskreis homosexueller Mitarbeiter bei der Bundeswehr sensibilisieren, bauen Community, schaffen eine Agenda, so Kauch und Brunner. Die Organisationsspitzen, seien es Minister*innen, Unternehmenslenker*innen oder Oberbürgermeister*innen, stehen für eine Verankerung von Vielfalt im Kulturbild ihrer Organisation. Sie garantieren auch die strukturellen Randbedinungen für aktive Vielfaltsarbeit, etwa in der Verwaltung oder durch die Mitarbeitenden-Netzwerke – auf dass Diversität für alle positiv erlebbar und tatsächlich ein Business-Case wird. Mitarbeitenden-Netzwerke seien dann Umsetzungsmotoren.

Der breite Teilnehmer*innenkreis aus der Berliner LGBTI*-Wirtschaftscommunity von den Machern der Jobboerse Sticks and Stones bis hin zu den Koordinatorinnen der Berliner LGBT-Leads unterstreicht die Aktualität der diskutierten Themen. Best Practice steht dabei über Unternehmen und Branchen hinweg an erster Stelle. Es geht um das Lernen von den Erfahrungen anderer. War die Berliner LGBTI*-Wirtschaftscommunity diesmal zu Gast im Hause der Deutschen Bahn geladen durch railbow, so wird die nächste Runde schon in Kürze bei Coca Cola folgen. Bayer steht in den Stratlöchern. railbow ist dann wieder als Stimme der Deutschen Bahn mit an Bord.

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